Marketing, Reflexion, Zeitlos
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Lieben will ich dich nicht!

Marketingstrategen und -Strateginnen haben auf der Suche nach dem ultimativen Erfolgsrezept für erfolgreiche Beziehungen zwischen Unternehmen und KundInnen die LIEBE entdeckt.
In Zukunft soll ich meine Zahnpasta also nicht mehr nur „benutzen“ sondern lieben. So zumindest will es der neueste Trend und zitiert dabei Attribute, die weniger mit Liebe als vielmehr mit Wahnsinn zu tun haben: „Verrückt sein nach dem Produkt, ohne es nicht mehr leben können.“ Hier beginn also die Liebesgeschichte zwischen mir und der nächsten Packung Kartoffelchips.

Das geht mir zu weit. Als die Fachliteratur vor einiger Zeit die Beziehung zwischen den Kundinnen/Kunden und dem Produkt wiederentdeckten, war ich zugegebenermaßen sehr erfreut. Statt kurfristiger Verkaufsmaximierung wurden langfristige, vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen angestrebt. Den KundInnen bringt es unter anderem den Vorteil, sich auf die Verkaufsversprechen und die Qualität der Produkte verlassen zu können. Die Unternehmen profitieren von Wiederverkäufen und sparen sich teure ErstkundInnengewinnung. Natürlich spielen Gefühle auch hier eine große Rolle: Es geht um Vertrauen, Wertschätzung und natürlich Begeisterung für das Produkt das ich erwerbe.

Was bedeutet es nun, wenn der Markt plötzlich von Liebe spricht. Was will er dann von mir? Welche Liebe meint er? Bedingungslos? Blind? Universell? Unvernünftig?
In Zukunft „Schmetterlinge im Bauch“ wenn ich an meinen nächsten Kaffee trinke? Das überlasse ich doch lieber dem Koffein und nicht dem Marketing.

Dieser Beitrag wurde am 22.08.2008 erstmals veröffentlicht, 2018 in meinen neuen Blog übernommen, weil für lesenswert erachtet. Finden Sie das auch?

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