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Der Zahlengott

Wenn wir es nicht begreifen, dann fassen wir es in Zahlen. Das Internet hat eine Gottheit. Sie heißt Zahl. Es ist die Zahl der Hits und Bits, der Hypes und Bytes. Der Internetgott ist überall anwesend in seinem Universum. Und er ist GROSS. Sehr Groß. Seiner Größe wird gehuldigt. 640 Mio Facebooknutzer, 105 % Zuwachs in einem Jahr, 1.700 Stunden Videomaterial auf Youtube, 30.000 Tweeds in 30 Sekunden weltweit, Download von 15.000 iPhone Apps in etwas weniger als einer Minute ….. das Internet ist nicht nur voll von Menschen, es ist auch voll von Zahlen. Und auch ich gebe zu, ich zeige diese Zahlen auf Charts und Bildern und Videos auch immer wieder gerne in Vorträgen und Seminaren. Manchmal frage ich mich dann, was mir das sagen möchte, und welche Schlüsse ich daraus ziehen soll? Ja, weil wir nicht wirklich immer begreifen was es alles bedeutet – versuchen wir die Komplexität zu erfassen. Das Jahr 2010 war wohl das Jahr der Infografiken. Wenige finde ich informativ, viele finde ich verblüffend. Viele sind groß. Wieviele Downloads? …

Lieben will ich dich nicht!

Marketingstrategen und -Strateginnen haben auf der Suche nach dem ultimativen Erfolgsrezept für erfolgreiche Beziehungen zwischen Unternehmen und KundInnen die LIEBE entdeckt. In Zukunft soll ich meine Zahnpasta also nicht mehr nur „benutzen“ sondern lieben. So zumindest will es der neueste Trend und zitiert dabei Attribute, die weniger mit Liebe als vielmehr mit Wahnsinn zu tun haben: „Verrückt sein nach dem Produkt, ohne es nicht mehr leben können.“ Hier beginn also die Liebesgeschichte zwischen mir und der nächsten Packung Kartoffelchips. Das geht mir zu weit. Als die Fachliteratur vor einiger Zeit die Beziehung zwischen den Kundinnen/Kunden und dem Produkt wiederentdeckten, war ich zugegebenermaßen sehr erfreut. Statt kurfristiger Verkaufsmaximierung wurden langfristige, vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen angestrebt. Den KundInnen bringt es unter anderem den Vorteil, sich auf die Verkaufsversprechen und die Qualität der Produkte verlassen zu können. Die Unternehmen profitieren von Wiederverkäufen und sparen sich teure ErstkundInnengewinnung. Natürlich spielen Gefühle auch hier eine große Rolle: Es geht um Vertrauen, Wertschätzung und natürlich Begeisterung für das Produkt das ich erwerbe. Was bedeutet es nun, wenn der Markt plötzlich von Liebe spricht. …